21.5.

19:00

DF

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21.5.

19:00

Mit Gast und Filmgespräch

Portraits deutscher Alkoholiker

Vorfilm: Nuggets; Animation; Deutschland 2014; Regie. Andreas Hykade;  6 Min.

Ein Dokumentarfilm über die Unsichtbarkeit der Alkoholsucht. Am Anfang war alles ein bisschen einfacher, das sagen fast alle. "Portraits deutscher Alkoholiker" erkundet die Lebensgeschichten und Überlebensstrategien von Menschen, die versuchen, trotz und mit ihrer Sucht den Alltag zu meistern, sei es die Hausfrau oder Mutter, der Beamte oder Anwalt. Die Angst vor Bloßstellung als Trinker und Kontrollverlust löst einen immer stärker werdenden Anpassungsdruck aus, der mit immer mehr Alkohol bekämpft wird. Die Geschichten, die von den 6 Protagonisten erzählt werden, widersetzen, kreuzen oder vereinigen sich mit den Bildern, die zu sehen sind. Bilder einer vermeintlich intakten Gesellschaft: Häuser in Siedlungen, Büros, Fabriken, Landstrassen, Wohnungen, Bahnhöfe, Krankenhäuser. Der Film gibt den Blick frei auf eine Normalität, deren Wirklichkeit dahinter sich kaum jemand bewusst macht und weist damit weit über die persönlichen Schicksale hinaus.

In ihrem (Carolin Schmitz) Dokumentarfilm berichten sechs anonyme Alkoholiker, deren Namen auch im Abspann unkenntlich bleiben, aus dem Off über ihr Leben als gescheitertes Trinksystem. Das Problem der drei Frauen und drei Männer ist nämlich das gleiche. Sie versuchen, ihre Sucht unsichtbar zu machen. Dieses Verhalten imitiert Schmitz mit ihrem Film. Im entspannten Rhythmus ziehen Bilder von Wohnungen und Arbeitsplätzen vorbei. Wir sehen Szenarien aus einem Krankenhaus, einem Flughafen und einem Gerichtssaal. Im Getriebe des Alltags greifen die Zahnräder reibungslos ineinander. Nichts deutet auf eine Störung hin. Allein die haarsträubenden Erzählungen der Alkoholkranken berichten von jenem Drahtseilakt zwischen Absturz in den Suff und der Aufrechterhaltung des Anscheines von Normalität. Eine junge Mutter orderte direkt nach der Geburt ihres Kindes eine Flasche Sekt. Danach trank sie siebzehneinhalb Jahre unbemerkt. Mit akribisch dosiertem Pegel schafft ein Jurastudent seine Staatsexamen und führt später angetrunken Verhandlungen …

Eine Veranstaltung der Schön Klinik Hamburg-Eilbek im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol 2019 in Kooperation mit der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., sowie den Suchtberatungsstellen Frauenperspektiven e. V., Seehaus (Therapiehilfe e.V.), STZ (Martha Stiftung) und Viva Wandsbek (Jugendhilfe e. V.). Eintritt frei

Dokumentation; Deutsche Fassung
Regie: Carolin Schmitz
Deutschland 2009, 81 Min.