21.8.

21:30

DF

Webseite

21.8.

21:30

Sommernachtskino

Erinnerung als Widerstand

Rückblicke auf die Erfahrungen junger, Schwarzer Migrant*innen in Deutschland, Erinnerungen an die Familie und ein verzweifelter Kampf gegen eine Gesellschaft, die nicht sieht.

Zu Gast sind die Regisseurinnen Diana Sánchez und Tatiana Calasans.

Wer wir sein wollten

D 2019, 65 Min., Regie: Tatiana Calasans
Ein Dokumentarfilm über Rollenbilder von Schwarzen Jugendlichen in den 1990er Jahren. Vier Protagonisten erzählen von ihren Identifikationsfiguren und Erfahrungen als Schwarze Jugendliche in Deutschland und stellen dies in Bezug zur heutigen Zeit. Wer wollte man sein und wie wurde man gesehen? Was wurde erwartet und welche Auswirkungen haben diese Erwartungshaltungen heute noch? Tatiana Calasans, geboren in Salvador/Bahia, kam im Alter von 7 Jahren nach Hamburg, wo sie ihr Diplom in Bereich Modedesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und ihren Bachelor im Bereich Film an der Hochschule für bildende Künste absolvierte. Sie lebt und arbeitet als Künstlerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin in Hamburg.

Recordar
D 2017, 23 Min., Regie: Diana Sánchez
Eine Frau fährt mit dem Zug. Die Fahrt bringt sie gedanklich zurück an einen Ort, ein Zuhause, das sie längst verlassen hat. Sie entspinnt ein weitläufiges Netz zwischen Grenzen, Zeiten und Räume der eigenen Erinnerung, das unlöslich mit den Erfahrungen der Mutter und Großmutter verbunden ist.

Semra Ertan
D/A 2013, 8 Min., Regie: Cana Bilir-Meier
Eine experimentelle Montage aus Textfragmenten und Bildern, die sich der Person Semra Ertan annähert. Politisch aktiv demonstrierte Ertan gegen die NPD-Tarnliste, Hamburger Liste für Ausländerstopp‘, die 1982 zur Bürgerschaftswahl antrat. Sie setzte sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Sie war auch Dichterin. In vielen Gedichten bringt sie ihre politischen Perspektiven mit ein, prangert die rassistische Strukturierung der Gesellschaft an und fordert auf, Widerstand dagegen zu leisten.  Am 24.5.1982 verbrannte sich Semra Ertan an der Straßenkreuzung Simon-von-Ultrecht-Straße / Detlev-Bremer-Straße aus Protest gegen diese Zustände und um die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit auf diese Probleme zu richten. Sie verstarb am 26.05.1982.

Tickets über die Webseite des Metropolis Kino

Präsentiert vom B-Movie

Deutsche Fassung
Regie: Diana Sánchez und Tatiana Calasans
Deutschland 2019, 96 Min.